Burgen und Schlösser

Seit der Romantik prägen Burgen das Geschichtsbild vom deutschen Mittelalter. Heute gehören sie mit den Schlössern zu den beliebtesten Ausflugszielen. An die geschichtsträchtigen Gebäude knüpfen sich meist zahlreiche Sagen. Prächtige Schlossanlagen verleiten leicht zur Kritik an der feudalen Herrschaft, andererseits wecken sie auch Bewunderung für die künstlerischen Leistungen und den gehobenen Lebensstil des Adels. 

Die Führungen dauern etwa eine Stunde. Sie werden ab 10 Personen durchgeführt und kosten 4 Euro pro Person, ab 13 Personen 50 Euro

Nach den bau- und kunstgeschichtlichen Informationen erinnern wir an die Spuren ritterlicher Zeiten in unserer heutigen Sprache. Dazu treffen wir uns in gemütlicher Runde in einer nahegelegenen Gaststätte.

BURGRUINE ABENSBERG
Herrschaftssitz an der Abens

Als mächtiges Adelsgeschlecht residierten die Babonen auf der 1236 erstmals erwähnten Burg. Graf Babo wurde besonders durch seinen Kinderreichtum bekannt. Trotzdem starb das Geschlecht 1485 durch den Mord an dem kinderlosen Grafen Niclas aus. Seitdem residierte der Pfleger der Wittelsbacher auf der Burg. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörte ein verheerender Brand große Teile. Die Vorburg blieb erhalten, wurde allerdings in der Barockzeit umgebaut.

 

SCHLOSS ALTEGLOFSHEIM
Bayerische Musikakademie

Die Wasserburg aus dem 10. Jahrhundert wurde nach dem Geschlecht der Egloffsheimer benannt. 1659 kaufte Johann Georg Freiherr von Königsfeld das Gut. Er und seine Nachfolger gaben dem Schloss mit den berühmten Baumeistern Francois de Cuvillier und Johann Baptist Zimmermann das heutige Aussehen. Cosmas Damian Asam verewigte sich im Deckengemälde des Ovalsaales. 1999 nahm nach verschiedenen Besitzerwechseln hier die dritte Bayerische Musikakademie ihre Arbeit auf.

 

SCHLOSS EGGERSBERG in Riedenburg

Ehemaliges Jagdschloss

Leonhard von Eck, der Sieger im Bauernkrieg 1525, war der bekannteste Besitzer der alten Burg. Das heutige Schloss wurde um 1600 erbaut. Domenicus de Bassus aus Graubünden, Professor an der Ingolstädter Universität und Anhänger der Illuminaten, kaufte 1684 das Anwesen. Es gehörte bis 1947 der Familie. Dr. Robert Weigand richtete 1962 ein Hotel und eine Reitschule ein. Der kleinste Raubsaurier und der längste Bronzegürtel der Welt aus der Keltenzeit sind im Hofmarkmuseum ausgestellt.

 

SCHLOSS HIRSCHBERG in Beilngries
Barockes Fürstenschloss

Die Grafen von Gröglingen-Dollnstein ließen die romanische Burganlage auf der schmalen Bergzunge oberhalb von Beilngries erbauen. Das Adelsgeschlecht nannte sich später nach der Burg.1305 erbte der Eichstätter Bischof vom letzten Hirschberger den Besitz. Durch einen Blitzschlag im 17. Jahrhundert zerstört, wurde das Barocke Jagdschloss von Mauritio Pedetti errichtet. Der berühmte Architekt Karljosef Schattner erweiterte das heutige Bildungshaus der Diözese Eichstätt und gestaltete den harmonischen Umbau im Inneren.

 

SCHLOSS KÖFERING
Wasserschloss an der Pfatter

Die Köferinger wurden im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt.1491 kaufte Hieronymus von Stauf, ein Anhänger des Löwenbundes, die Burg.Deswegen ließ sie Herzog Albrecht IV. zerstören. Seit 1569 gehört das Anwesen den Grafen von und zu Lerchenfeld. Nach dem 30-jährigen Krieg errichteten sie das Schloss als barocke Dreiflügelanlage. Der Politiker Hugo Graf von und zu Lerchenfeld bekleidete 1921-1922 das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten.

 

BURGRUINE LAABER
Höhenburg im Labertal

Die Herren von Laaber wurden im 12. Jahrhundert als Edelfreie genannt. Sie kontrollierten die Königsstraße von Regensburg nach Nürnberg im Tal der Schwarzen Laber. Wernher IV. war Anhänger des Stauferkaisers Friedrich II., Hadamar III. ein bekannter Minnesänger. Sie stellten auch Bürgermeister in den benachbarten Reichsstädten. 1435 fielen die Besitzungen an die Wittelsbacher und seit 1505 befand sich auf der Burg ein Pflegamt der Pfalz. Im 18. und 19. Jahrhundert verfielen die Bauten.

 

SCHLOSS MAIERHOFEN in Painten
Sattelbau mit Ecktürmen

Die Herren von Maierhofen erbauten die ursprüngliche Burganlage um 1100. Painten wechselte früh zum evangelischen Glauben. 1591 gelangte allerdings Maierhofen als Hofmark an den Abt Georg IV. von Prüfening, der dem Schloss sein heutiges Aussehen mit den zwei polygonalen Ecktürmen gab. Kurfürst Max Emanuel verlieh den Edelsitz 1691 seinem Architekten Enrico Zucalli. Nach häufigem Wechsel der Besitzer gehört das Schloss heute der Familie Schuhknecht.

 

SCHLOSS OFFENSTETTEN
Ehemalige Hofmark

Über 400 Jahre residierten die Herren von Offenstetten in der Hofmark. Nach den Zertstörungen des 30-jährigen Krieges errichtete Emanuel von Froenau den barocken Bau. Im 18. Jahrhundert heiratete der berühmte Staatskanzler Freiherr von Kreitmayr die Erbtochter. An ihn erinnert ein Denkmal vor der Kirche. 1939 erwarb Botschaftsrat Schlitter das Anwesen. Seine Frau Daisy gründete 1946 ein Heim für Flüchtlingskinder, aus dem das Cabrinihaus erwuchs.

 

BURG PARSBERG
Höhenburg auf einer Jurakuppe

Die erste Urkunde der Burg stammte von Ludwig dem Kelheimer. Von einfachen Ministerialen stiegen die Parsberger bis zu reichsunmittelbaren Rittern auf. Burgherr Hauk war Schultheiß in Nürnberg, Friedrich II. Bischof von Regensburg. Nach dem Aussterben des Geschlechtes übernahmen die Schönborn die Anlage, verkauften sie aber bereits 1792 an den Kurfürsten Karl Theodor. Heute beherbergt sie ein regionales Museum und verfügt über repräsentative Räume.

 

BURGRUINE RANDECK in Essing
Höhenburg im Altmühltal.

Zum Schutz gegen die Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert erbaut, gehörte die Burg bis 1485 den Abensberger Babonen, die auch über die Essinger Bürger herrschten. Danach gelangte sie in den Besitz zahlreicher geistlicher und adliger Herren. Der berühmteste hieß Leonhard von Eck. 1634 von den Schweden zerstört, bauten die Jesuiten Randeck und das Kollegiatsstift wieder auf. Rücksichtslos veräußerte der Malteserorden die meisten Besitzungen. Heute gehört die Ruine der Gemeinde.

 

Wasserschloss Train
Eindrucksvolles Ensemble

Die Trainer Hofmarksherren von Eckher erneuerten nach dem 30-jährigen Krieg das Schloss. Fürstbischof Johann Franz holte die Gebrüder Asam zum Dombau nach Freising und ließ Kloster und Abteikirche in Weltenburg neu errichten. Um die Schlossherrin Elisabeth von Train ranken sich zahlreiche Anekdoten. Emanuel Schikaneder soll hier Teile der Zauberflöte verfasst haben. Pilger kamen vor allem wegen der Schwarzen Madonna zur Wallfahrtskapelle mit dem eindrucksvollen Rokokoaltar.

 

BURG WOLFSEGG
Bauten aus der Zeit der Gotik

Wolf von Schönleiten gab der Burg vermutlich den Namen. Jahrhundertelang gehörte sie einheimischen Adelsgeschlechtern. Der bekannteste Besitzer war Leonhard von Eck, einflussreicher Berater des bayerischen Herzogs. Die Burg wurde nie zerstört, verfiel aber im 19. Jahrhundert. Deshalb schenkte das Geschlecht der Oberndorfer sie der Gemeinde, die sie als Schule und Lehrerwohnung, später als Domizil armer Leute nutzte. Georg Rauschenberger rettete das Baudenkmal in den 1930er Jahren vor dem weiteren Verfall. Seit 197o bemüht sich ein Kuratorium um den Erhalt.

 

SCHLOSS ZAITZKOFEN
An der römischen Via Augusta

Seit dem 13. Jahrhundert wird in Zaitzkofen ein castrum erwähnt. Zahlreiche Adelsgeschlechter, wie die Falkensteiner und Frauenberger, besaßen die alte Burg. Die Herren von Königsfeld bauten schließlich von 1730 bis 1780 das Barockschloss mit der Parkanlage. Seit 1809 gehörte es Maximilian Joseph von Montgelas, der unter König Max I. Joseph das moderne Bayern schuf, bis es der Fürst von Thurn und Taxis 1832 erwarb. Heute dient es als Seminargebäude der Priesterschaft St. Pius.